01.03.2007:
Seit dem 01.3.2007
sind nicht nur fast
alle BKKs und die
Techniker Krankenkasse
dem Vertrag beigetreten,
sondern auch die
Knappschaft .
Intensive Verhandlungen
sind mit AOK, BEK,
DAK und KKH aufgenommen
worden.
Wir hoffen hier
auf eine baldige
Lösung.
Die Lebensbegleitung Kranker bis zu deren Ende ist ureigene Domäne der Hausärzte.
Für die meisten Kollegen ist dies eine Pflicht, der sie gerne nachkommen, kennen sie doch die Patienten und deren Umfeld sehr gut und können sich in deren Sorge und Nöte hineinversetzen. Oft sind außer dem Angebot der Begleitung und der Erreichbarkeit des vertrauten Arztes nur wenige spezielle medizinische Maßnahmen notwendig.
Allerdings besteht in der BRD eine offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Wunsch von 70-90 % der Menschen in häuslicher Umgebung zu sterben und der Realität des Alltags - derzeit sterben bei uns rund 70% in Einrichtungen. Meist unerwünscht und durch die Umstände bedingt, gegen den expliziten Wunsch der Patienten, Angehörigen und auch des Hausarztes.
Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin muss eine Palliativ-Versorgung umfassend sein: es soll eine ärztliche, pflegerische, soziale und spirituelle Betreuung geboten und so alle Bereiche des Lebens abgedeckt werden. Leider werden die letzten drei Gesichtspunkte nicht in unserer Kassenmedizin abgebildet. Wenn sich die Hausärzte hier mit viel zeitlichem Engagement einbringen wollen, bleibt manches andere in der Praxis liegen. Die Zeit wird von den Ärzten rein ehrenamtlich erbracht.
Oft sind die Familienverhältnisse nicht mehr so wie im letzten Jahrhundert, so dass Angehörige für die Pflege kaum noch ganztägig zur Verfügung stehen. Ein Teil der Patienten benötigt auch eine wesentlich aufwändigere Betreuung bei schwierigen Symptomen wie Atemnot, Darmverschluss, problematischen Schmerzzuständen und anderem. Dieses sind die Hauptgründe, für die vom Patienten eigentlich nicht erwünschte Krankenhauseinweisung am Lebensende, der Patient verstirbt dann dort unter nicht optimierten Bedingungen.
Mit den Hessischen BKKs wurde deshalb ein Vertrag zur ganzheitlichen Versorgung schwerkranker Patienten, die nicht mehr kurativ behandelt werden wollen, abgeschlossen. Dieser hat zum Ziel, ihnen mit und in Sicherheit ein Lebensende in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen, ganz nach ihren Wünschen.
Neu ist an dieser Integrierten Versorgung (IV), dass alle Leistungen pauschal über einen Tagessatz honoriert werden, sowohl die rein ärztliche Arbeit, als auch Medikamente, Ernährung, Physiotherapie, psychosoziale Begleitung, invasive Maßnahmen (z. B. Pleura- und Aszitespunktion, Transfusion usw.), Diagnostik, eventuell notwendige stationäre Behandlung und die Koordinierung aller notwendigen Maßnahmen. Die üblichen Zuzahlungen oder andere Kosten der ambulanten Versorgung entstehen den Patienten nicht.
An der IV teilnehmen können Patienten nur auf eigenen Wunsch, vorschlagen kann es ihnen natürlich auch der Hausarzt oder andere, die an der Betreuung bereits beteiligt sind.
Aufwandsentschädigungen und Honorare werden aus diesem Tagessatz außerhalb der sonstigen Vergütungen bezahlt und im auf die Leistung folgenden Monat überwiesen.
Selbstverständlich soll die Leistung "ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich sein und das Maß des Notwendigen nicht übersteigen" wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Wir gehen davon aus, dass wir dennoch durch Einsparungen von letztlich unerwünschten Behandlungen eine für die Patienten hervorragende und doch gleichzeitig finanzierbare Betreuung im häuslichen Umfeld erreichen können.
Zu diesem Zweck haben wir das PalliativNetz Osthessen gegründet. Dieses kooperiert mit in der Palliativ-Versorgung erfahrenen Leistungserbringern aller Fachrichtungen. Hospizdienst, kirchlichen Einrichtungen, Ärzten, Pflegedienst, Sozialdienst, Sanitätshaus, Apotheke. Wir bieten eine 24-Stunden-Erreichbarkeit. Außerdem wurde eine Vereinbarung mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus getroffen, so dass wir bei Bedarf Einzelzimmer mit der Möglichkeit zum Rooming-in von Angehörigen anmieten können, um dort unsere Patienten selbst zu behandeln.
Da eine qualifizierte Pflege Kern der Versorgung ist, haben wir eine erfahrene Krankenschwester mit Zusatzqualifikation "palliative care" eingestellt. Einerseits zur direkten Betreuung von Patienten und Angehörigen und zu deren Schulung für wichtige Handreichungen, anderseits zur Anleitung der anderen Dienste und der Vermittlung spezieller Fähigkeiten für diese.
Das Hospiz St. Elisabeth in Fulda wird gerade gebaut. Wenn es in 2007 seinen Betrieb aufnimmt, arbeiten wir Tür an Tür und können auch dort Patienten im Rahmen der IV versorgen.
Ein
Ende in Würde - aufgefangen und
umsorgt