Schmerz & PalliativZentrum Fulda

Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

 

Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

Alle interessierten Fachärzte können die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin erwerben.

Das Curriculum umfasst zum einen eine Kursweiterbildung über 40 Stunden ("Basiskurs Palliativmedizin") sowie 120 Stunden "Fallseminar einschließlich Supervision". Es ist in drei Abschnitte gegliedert.

Im ersten Abschnitt wird der Begriff Palliativmedizin präziser definiert und deren wichtigste Aufgaben beschrieben. Im Vordergrund stehen die Betreuung und Behandlung von schwerstkranken Patienten mit optimierter Schmerztherapie und Symptomkontrolle. Darüber hinaus wird die kontinuierliche Betreuung der Angehörigen und die Arbeit in multiprofessionellen Teams betont.

Im zweiten Abschnitt des Curriculums werden die Voraussetzungen für den Erwerb der Zusatzbezeichnung und die Weiterbildungsinhalte dargestellt.

Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin sind:

  • Facharztanerkennung
  • 40 Stunden Kurs Weiterbildung (Basiskurs)
  • 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminar einschließlich Supervision

Die Kursweiterbildung steht für alle interessierten Kollegen als Basiskurs obligat am Anfang der Fortbildung. Dieser Kurs soll einerseits das medizinische Fachwissen erweitern, andererseits für psychosoziale und spirituelle Aspekte sensibilisieren. Einstellung und Haltung der Teilnehmer/innen zur sorgenden Betreuung schwerstkranker Menschen sollen besonders gefördert werden. Didaktisch werden Vorträge und Kleingruppenarbeit am konkreten Fallbeispiel und strukturierter Austausch mit angeleiteter Reflexion eingesetzt.

Der Abschluss der Kursweiterbildung berechtigt zur Teilnahme am Fallseminar einschließlich Supervision.

Der Basiskurs wird entweder als Wochenkurs oder verteilt über drei Wochenenden durchgeführt.

Der Gegenstandskatalog der Kursweiterbildung umfasst:

  • Grundlagen der Palliativmedizin
  • Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen
  • Psychosoziale und spirituelle Aspekte
  • Ethische und rechtliche Fragestellungen
  • Kommunikation
  • Teamarbeit und Selbstreflexion

Das Fallseminar dient der Vertiefung der erworbenen Kenntnisse. Daher soll noch stärker als im Basiskurs problemorientiert und teilnehmerzentriert gearbeitet werden.

Die 120 Unterrichtsstunden werden in drei Modulen á 40 Unterrichtseinheiten nach Themenschwerpunkten aufgeteilt grundsätzlich als Wochenkurse durchgeführt.

Die Seminarleitung muss durch eine qualifizierte Seminarleitung erfolgen. Erfreulicherweise muss diese sowohl eine umfangreiche didaktische als auch methodische Vorbereitung nachweisen können (je 40 Stunden "teach the teacher" verpflichtend vorgeschrieben).

Es wird grundsätzlich eine Gruppengröße zwischen 12 und 24 Teilnehmern für eine bestmögliche Interaktion empfohlen. Die Unterrichtseinheiten sollten 12 Unterrichtsstunden nicht unterschreiten, eine Forderung, die zwar für eine gute Interaktion in der Gruppe sinnvoll erscheint, aber für Hausärzte eine unnötige Hürde darstellt. Eine kontinuierliche, einheitliche Evaluation wurde erarbeitet und ist obligat.

Die Themenschwerpunkte des Fallseminars sind:

  • Modul 1 Der schwer kranke, sterbende Patient, sein soziales Umfeld und das behandelnde Team
  • Modul 2 Der individuelle Prozess des Sterbens im gesellschaftlichen Kontext
  • Modul 3 Professionelles Handeln in der Palliativmedizin

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© PalliativNetz Osthessen
Stand 01.11.09