Palliative Bestrahlungen

Ein ähnliches Thema wie die Frage nach palliativen Operationen. Bestrahlungen sind oft eine sehr sinnvolle Ergänzung in der Krebstherapie, auch für sich genommen, können sie manchmal heilen. Eine größere Bedeutung haben sie aber als begleitende Behandlung zu anderen Therapien. Teilweise kann ein Tumor vor einer Operation bestrahlt werden, um diesen zu verkleinern und so eine operative Entfernung überhaupt erst zu ermöglichen. Oder nach einer Operation wird nachbestrahlt, damit Krebsreste möglichst weit zurückgedrängt werden. In der Palliation kann eine Bestrahlung sinnvoll sein. Wenn ein Tumor an einer ungünstigen Stelle im Körper behindert. Den Enddarm, die Speiseröhre oder Luftröhre zum Beispiel. Dann kann durch eine Bestrahlung der Verschluss zumindest verzögert werden. Bedenken muss man dabei, dass diese Strahlentherapie oft mit heftigen (Neben)Wirkungen verbunden ist. Man kann es nicht mit einem Sonnenbad vergleichen, außer, dass man auch durch die Strahlentherapie einen schweren Sonnenbrand bekommen kann. Genauso gibt es auch im Körper oft unerwünschte Schäden, besonders an den Schleimhäuten. Auch Nervengeflechte werden teilweise so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass bleibende Nervenschmerzen auftreten können. Andererseits wird die Strahlentherapie auch gegen Krebsschmerzen eingesetzt. Beim Knochenkrebs oder Knochenmetastasen kann sie manchmal erstaunlich gut helfen, so dass die Dosen an Schmerzmitteln stark vermindert werden können. Wir sehen, auch die Strahlen haben zwei Seiten, die heilende, lindernde, aber auch die schädigende, zerstörerische. Es ist hier wie bei allen anderen Maßnahmen, mit Einfühlungsvermögen, viel Wissen und Erfahrung sollten Arzt und Patient gemeinsam überlegen, welcher Weg der Beste ist. ts