Hunger

Hunger kennen wir alle. Was wir damit meinen, ist aber eher der Appetit, den wir in unserer übersättigten Gesellschaft auf schmackhafte Speisen haben. Hunger bei Schwerkranken hingegen hat eine ganz andere Bedeutung. Obwohl wir Gesunde meinen, dass Patienten Hunger haben müssten, essen sie wenig oder auch gar nichts. Denn mit zunehmender Schwäche stellt sich der Stoffwechsel um und der Körper verbraucht weniger Nahrung. Nahrungsmangel setzt außerdem „Glückshormone“ frei, so dass sich der Kranke etwas besser fühlt. Das kennen viele vom Fasten. Viele kleine Häppchen, schön serviert, machen Appetit und Freude. Manchmal reichen schon ein paar Teelöffel von den Lebensmitten, die der Patient gerne mag. Versuchen Sie nicht, mit Gewalt etwas hinunter zu bringen. Denn dann bereitet Essen keine Freude mehr. Außerdem kann der Körper dadurch sehr belastet werden. Denken Sie daran, dass auch und gerade schwer Kranke eine Würde beim Essen und Trinken haben. Wenn man beispielsweise von einem Schlabberlatz anstatt von einer Serviette spricht, kann das verletzen. Wenn die Nahrung nicht mehr richtig verdaut werden kann, der Patient sonst aber gesundheitlich noch wenig beeinträchtigt ist, kann eine künstliche Ernährung sehr viel helfen. Bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wird die Lebensqualität durch eine Ernährung über die Vene lange und nachhaltig verbessert. Wird die Ernährung mehr in den Tag hinein verlegt wird, ist sie weniger belastend, man hat dann aber auch tagsüber Schlauch und Beutel dabei. Sie sehen, die Therapie ist ein Seiltanz zwischen zwei Klippen, den wir uns nicht wünschen. Sie muss stets ganz eng zwischen Patient und Arzt abgesprochen werden - am Besten gemeinsam mit Vertrauten aus der Familie. Zum Schluss noch ein Wort: Am Lebensende spüren viele weder Hunger noch den Wunsch nach Nahrung. Zum Schluss noch ein Wort: Am Lebensende spürt man weder Hunger noch den Wunsch nach Nahrung: ts