Umgang mit Trauer
Die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung ist für Patient und Angehörige eine schockierende Nachricht. Betroffenheit und Trauer werden ausgelöst; ein ganzes Lebensgefüge gerät aus dem Gleichgewicht.
Zwischen Erkrankung und Palliativbetreuung des Betroffenen liegt eine Zeit des Hoffens und Bangens, der Diagnostik, therapeutischer Eingriffe, Erfolge und Rückschläge im Kampf gegen die Krankheit. Schwerstkranke und ihre Angehörigen gehen sehr unterschiedlich mit diesen Herausforderungen und ihrer Trauer um. Die speziellen Aufgaben von Palliative Care sind exakte und effektive Symptomkontrolle, da das Wohlbefinden des Betroffenen wesentlich davon abhängt.
Immer werden wir auch mit Trauer konfrontiert. Auch schon lange vor dem Tod. Daher gilt unsere Aufmerksamkeit der seelischen Belastung des Schwerstkranken und seiner Angehörigen. Trauer braucht Raum, Würdigung und Ausdruck: Tränen, Ängste, Wut, Schuldgefühle und Schuldzuweisungen – alles darf sein. Es gilt für uns die individuelle Trauer mit auszuhalten - einfühlsam, in der Balanz von Nähe und Distanz, schweigend, zuhörend, nach-fragend.
In der Vernetzung mit dem Ambulanten Hospizdienst können wir Hilfe durch ausgebildete Ehrenamtliche vermitteln. Dieser Dienst wird gern angenommen und entlastet die Betroffenen. Wenn Schwerstkranke und/ oder ihre Angehörigen den Beistand eines Seelsorgers wünschen, stellen wir den Kontakt her.
In akuten Krisensituationen wird über den betreuenden Palliativarzt psychologische Hilfe angeboten. Palliative Care ist immer auch ein Stück Trauerarbeit, die dem Schwerstkranken und seinen Angehörigen zu Klärung, Ruhe und Ermutigung verhilft. Nach dem Tod des von uns betreuten Menschen findet immer ein Abschiedsbesuch bei den Angehörigen statt.
Hier wird der Trauer noch einmal Raum gegeben, all dem was erinnert, gesagt und beweint werden will. Wir überlassen den Angehörigen schriftliche Impulse für die Zeit der Trauer und Informationen mit den Angeboten der Trauerbegleitung im ambulanten Hospiz. Zu einer guten Palliative Care gehört Symptomkontrolle als ganzheitliche Wahrnehmung des Schwerstkranken und seiner Angehörigen auch in der Trauer.
bm