Versorgungsmöglichkeiten zu Hause und im Pflegeheim
Ist man in einer Lebenssituation in der man mit dem Sterben konfrontiert wird, kommt ein Problem hinzu, für das eine Lösung gefunden werden muss. Das Geld, die Finanzierung der Versorgung.
Die Grundversorgung ist in Deutschland gesichert. Zum Glück gibt es auch öffentlich geförderte Einrichtungen wie die ambulanten Hospizdienste (z. B. da-sein e.V. im Raum Fulda), die kostenlos ehrenamtlich große Hilfen bieten können und fast immer erreichbar sind.
Seit dem 1.4.2007 hat die Bundesregierung jedem Deutschen, der sie benötigt, das Recht auf eine Spezialisierte Ambulante PalliativVersorgung (SAPV) garantiert. Recht haben, heißt nicht Recht bekommen. In Hessen hat sich da viel getan, aber auch hier wird es noch etliche Jahre weiße Flecken auf der Landkarte geben. Leider werden in den vielen anderen Regionen die Strukturen erst aufgebaut. Außerdem ist dort, wo man palliativ arbeitet, die Finanzierung völlig unklar. Verträge der Krankenkassen werden allmählich (Stand Ende 2009) abgeschlossen. Über die hinten genannten Internetadressen oder per Telefon kann man oft einen Kontakt zu einem SAPV-Team vermitteln.Was bedeutet „spezialisiert“ überhaupt? Palliativ kann und soll natürlich jeder Arzt und Pflegedienst arbeiten, insbesondere die Hausärzte. Bei rund einem Zehntel der Patienten ist aber der „normale“ Arzt mit seinem Latein am Ende, es fehlt dann die notwendige breite Erfahrung und teilweise auch spezielles Fachwissen. Hier wird es notwendig, SAPV-Teams einzuschalten. Menschen verschiedener Berufsgruppen, die an einem Strick ziehen und eine spezielle Expertise haben, wenn es um Symptomkontrolle und psychosoziale Begleitung geht. So wie man auch eine Patienten mit gebrochener Hüft ins Krankenhaus zur Operation einweist, holt man sich zur SAPV den Rat eines Expertenteams
Schon die allgemeine Palliativversorgung wird wenig unterstützt. Die spezialisierte Betreuung ist sehr zeitaufwändig und wird von den Kassen verschieden gefördert So wie jeder Patient ein Recht auf die Spezialisierte Ambulante PallitativVersorgung hat, so hat jede Kasse die Pflicht SAPV sicher zu stellen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, sollte man diese nicht für sich behalten!
Die Gespräche mit den Kassen sind für die Patienten und Angehörigen sehr mühsam und führen nur nicht immer zum Erfolg. Dann bliebe die Möglichkeit, die eigene Krankenkasse frühzeitig auf ihr Leistungsspektrum hin zu prüfen. Bietet sie nicht, was man braucht, um würdig am Lebensende daheim zu Sterben, kann man sich frühzeitig für einen Kassenwechsel entscheiden. ts