Wundliegen & Hautpflege

Wundsein ist eine mögliche Vorstufe des Druckgeschwürs (Dekubitus). In Hautfalten, in denen sich Feuchtigkeit ansammeln kann, kommt es zu Rötungen und Entzündungen, die Haut “weicht auf” und reißt dann leicht ein. Zudem bietet das feuchte Milieu idealen Nährboden für Pilzerkrankungen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, Hautzwischenräume sauber und trocken zu halten und möglichst sparsam zu cremen. Fragen Sie Ihren Hausarzt zur Behandlung der Pilzerkrankung nach Lösungen und Pasten. Salben sollten wegen der fehlenden Luftdurchlässigkeit nur hauchdünn auftragen werden. Bei der Verwendung von Windelhosen sollte besonders auf Hautveränderungen geachtet werden, die Kombination von permanenter Feuchtigkeit und fehlender Luftundurchlässigkeit ist auf Dauer sehr hautschädigend. Im Wechsel oder als Alternative empfiehlt sich ein Netzhöschen mit einer Vorlage. Das vermittelt die gewünschte Sicherheit, denn Inkontinenz ist sehr oft mit Scham und Angst verbunden. Wenn der Patient bereits wunde Stellen hat, kann übergangsweise ein Urindauerkatheter gelegt werden, damit sich die Haut erholen kann. Alle Einmalartikel aus Plastik sind, wenn irgend möglich, zu meiden. Waschbare Baumwollunterlagen hingegen sind sehr saugfähig, luftdurchlässig und eignen sich auch noch gut als Lagerungshilfe. An Stellen, auf denen mehrere Stunden Druck gelastet hat, können in kürzester Zeit Druckgeschwüre entstehen. Das Druckgeschwür ist keine eigenständige Erkrankung, sondern die Folge verschiedener zusätzlicher Ursachen wie Immobilität, Inkontinenz oder reduziertes Unterhautfettgewebe. Wichtig ist neben der guten Hautpflege vor allem die regelmäßige Druckentlastung. Besonders gefährdete Stellen sind: Steißbeingegend, Gesäß, Fersen, Fußinnen- und Außenknöchel, Ohrmuschel, Knieinnen und -außenseite.
Lagerung und Druckentlastung
Es gibt nicht die allein richtige Lagerungsplanung, sondern es geht um die bestmögliche Entlastungslage in der jeweiligen Situation. Die Lagerung und Hautpflege soll dem Wohlbefinden dienen, und nicht als unangenehm empfunden werden. Hautpflege kann auch als Seelenpflege dienen. Lassen Sie sich bei Unsicherheiten durch Pflegefachkräfte beraten und anleiten. Als Hilfsmittel eignet sich hervorragend ein Stillkissen, das sich gut vom Kopf, über den Rücken, am Gesäß entlang modellieren lässt und den Körper stützt und stabilisiert. Besonders gefährdete Stellen sollten mit weichen Kissen gepolstert werden z.B. zwischen die Knie oder unter die Fersen. Wenn Schmerzen ein Hinderungsgrund für eine regelmäßige Umlagerung und Hautpflege sind, muss unbedingt eine angemessene Schmerzeinstellung vorgenommen werden.
Tipps zur Hautpflege

Gerade schwerstkranke, bettlägerige Patienten sind auf gute Hautpflege angewiesen. Sie sollte sich – wie alle anderen Pflegemaßnahmen auch - an den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten orientieren. Zur Hautpflege wunderbar geeignet sind hochwertige Öle: z.B. Oliven- oder Lavendelöl oder ein durchblutungsförderndes Rosmarinöl.
Bei Bettlägerigkeit:
Waschen und Eincremen als Massage und Mobilisation, jedes Umlagern zur Hautpflege nutzen. Die Bettwäsche sollte man häufig wechseln - Falten und Fremdkörper vermeiden.
Bei Inkontinenz:
Regelmäßige Reinigung mit klarem Wasser bei jedem Vorlagenwechsel, Haut gut trocken tupfen, sparsam cremen mit Wasser-in-Öl Emulsionen.
Bei empfindlicher Haut: Seifenreste gründlich entfernen, Hautpflege je nach Hauttyp, Hautzwischenräume trocken halten, ggf. Mullstreifen einlegen. ms